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Königlich-Bayerische Landstadt
wurde Oettingen durch Napoleon. Der überließ 1806 das ehemals  selbständige Fürstentum dem neu gekürten bayerischen König. Im ehemaligen  Residenzstädtchen änderte sich einiges: Gesetzte, Maße aber auch Feiertage  richteten sich nach den bayerischen Vorgaben.

Markt und Schranne blieben Mittelpunkt des Wirtschaftslebens und  lockten unzählige Besucher an. Die Leute vom Land (Oettingen ist Stadt!)  nutzten beim Marktbesuch das Angebot an Waren- und Dienstleistungen. Viele  Handwerker waren auf ihre ländliche Kundschaft eingestellt, Seiler,  Zinngießer, Schlosser...

Wolf
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Kleinstadtleben ist am von Männern bestimmten Vereinsleben  zu sehen und am Beispiel des Sängervereins zu hören!

Drei  Oettinger Familien stehen für das typisch kleinstädtische Arbeits-  und Erwerbsleben:

* Die Familie Braun mit ihrer 150-jährigen  Färbereitradition

* Die Familie Bittner mit einer  vollständigen Hafnerausstattung

* Das Atelier des  Hofphotographen Fischer

Braun

Johann  Friedrich Braun (1725 - 1801) erwarb 1751 die hiesige Färberei.
Bis zu ihrer Schließung im Jahr 1899 blieb die “untere  Farb”€ in Familienbesitz.
Die Familie Braun gehörte über vier  Generationen hinweg zu den einflussreichsten in der  Stadt.

Stücke der biedermeierlichen Wohn- ausstattung vom Nähplatz bis zum  Freundschaftsbildchen sind ebenso ausgestellt wie Teile der  Werkstatt- einrichtung mit Musterbüchern und  Gussdruckplatten.

Friedrich Bittner (1877 - 1958) war der letzte in  einer langen Werkstatt-Tradition von Hafnern.
Seit 1920 hatte  er sich auf den Ofenbau verlegt und die Geschirrproduktion eingestellt. Dennoch saß er noch in den 1950er-Jahren  regelmäßig an der Töpferscheibe, die er mitsamt dem  Werkstattbestand dem Heimatmuseum überlassen hatte.

Bittner

1908  eröffnete Josef Fischer (1881-1945) sein Foto-Atelier. Er war auf Sonnenlicht angewiesen, Beleuchtung mit Gas bzw. Strom wurde erst später möglich. Das Atelier ist nachgestellt und beherbergt die originale  Atelierkamera.

1910 durfte Fischer sich “Fürstlicher Hofphotograph”€ nennen.
Während des Ersten Weltkriegs war er als Regimentsphotograph  tätig. Und 1945 hielt er die Zerstörungen nach dem Bombenangriff vom 23. Februar 1945 mit einer kleinen Kamera fest, auch die ist zu sehen, Alben mit den Bildern liegen auf.
Nach seinem Tod übernahm der Sohn Adolf den Betrieb.
Bis 1986 wurde das Geschäft von der Familie betrieben.

Fast  ein Jahrhundert Oettinger Geschichte und Oettinger Personen haben  die Fischers in ihren Bildern festgehalten.
Die Sammlung Fischer, zu der ein umfangreiches Negativ-Archiv gehört, stellt einen wichtigen Bestand im Heimatmuseum dar.
In allen Sonderausstellungen werden Bilder aus der Sammlung Fischer gezeigt.

Meist endete  der Weg nach Abschluss aller Besorgungen im Wirtshaus!

Zugleich änderte sich die Wirtschaftsverfassung im 19. Jahrhundert. Das fürstlich geregelte Zunfthandwerk löste sich auf.

Neue Entwicklungen waren die Judenemanzipation, an den zahlreichen jüdischen Geschäften zu sehen. 

Die (spärlichen) Ansätze zur Industrialisierung werden am Beispiel der Orgelbaufirma Steinmeyer (seit 1847) gezeigt.

Atelier

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ÖFFNUNGSZEITEN: Mittwoch bis Sonntag (und alle Feiertage) 14 - 17 Uhr - und jederzeit nach Vereinbarung

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zuletzt aktualisiert
4.12.2018